Aktuelles aus der Gemeinderatssitzung

Bericht zur Gemeinderatsitzung am 14.11.2022

Gemeinderatsitzung in Fahrenbach
Eigentlich hätte man die Sitzung des Fahrenbacher Rates nicht im Bürgerzentrum am Limes sondern in Trienz abhalten sollen. Dann hätte nämlich das Gros der Zuhörer per pedes kommen können. Gekommen waren die nämlich überwiegend wegen des Bebauungsplanes Steigenwäldchen in Trienz, für den der Vorentwurf gebilligt und die Beteiligung der Öffentlichkeit auf den Weg gebracht werden musste. Am Ortsausgang von Trienz in Richtung Limbach werden auf einer Fläche von 1,3 Hektar insgesamt 15 Bauplätze ausgewiesen. Die Erschließung erfolgt über den Limbacher Weg bzw. das Steigenwäldchen. Bürgermeister Jens Wittmann stellte die Pläne vor und verwies auf die geplanten Vorschriften. Die können sich aber im Laufe des Verfahrens- an dessen Beginn man jetzt stehe- noch ändern. So wurde die Ziegelfarbe schwarz in die Farbpalette der Dachbedeckungen aufgenommen und auch die Frage „Stadtvilla“ oder nicht muss noch diskutiert werden. Im Grundsatz jedoch stimmte das Gremium einstimmig den Plänen zu, so dass wieder ein Schritt auf dem langen Genehmigungsweg gemacht ist, was auch bei den Anliegern und Grundstückseigentümern positiv ankam.

Die große Kulisse kam auch Bernhard Ries, dem Regionalmanager der Netze BW, zu passe, der im sog. Netzdialog Wissenswertes zur Energielage berichtete. Nach einem Einblick in die Arbeit der Netze BW erläuterte Ries die Versorgung Fahrenbachs mit einer 20 KV-Ringleitung vom Umspannwerk Mosbach her und der alternativen Versorgung aus Richtung Eberbach. Im Jahr 2021 wurden hier über 8,7 Millionen Kw/h Strom verkauft. Insgesamt verfügt Fahrenbach über 1055 Hausanschlüsse von denen 969 per Erdkabel und nur noch 86 per Freileitung versorgt werden. Die Netzlänge beträgt 72,9 Kilometer, was eine mit 92,2 % erfreuliche Verkabelungsquote bedeutet. Derzeit wird die durch die Baumaßnahmen in der Hauptstraße und dem Rundblick in Fahrenbach und dem Sportplatz und der Waldstraße Trienz noch verbessert. Insgesamt investiert die EnBW in das Fahrenbacher Netz aktuell rund eine Million Euro. Natürlich gibt es auch Störungen zu vermelden. Im Jahr 2022 waren das im Schnitt 24,2 Minuten, 2021 nur 3,3 Minuten. Häufigste Ursache sind Bagger- und Erdarbeiten, gefolgt von Naturgewalten. Derzeit werden in Fahrenbach etwa 34,5 % der benötigten Energie durch erneuerbare Energie erzeugt. 96,6 % davon per Photovoltaikanlagen.
Eine deutliche Zunahme ist bei den Wärmepumpen, auf mittlerweile 99 zu verzeichnen. Natürlich, so Ries befasst sich die Netze BW auch mit der Zukunft der E-Autos und der entsprechenden Lademöglichkeiten. Nach dem informativen Vortrag kam aus Ratsreihen noch das Thema „Black-out“ – es gelte sich entsprechend vorzubereiten- und die Frage nach Photovoltaikanlagen zur Sprache. Die bisher praktizierten Dachanlagen, von denen die Gemeinde auch einige besitzt oder Photovoltaik auf freien Flächen, das sind die Zukunftsfragen, so der Netzmanager der für seine Ausführungen viel Applaus erhielt.

Keinen Applaus aber dafür die einstimmige Zustimmung gab es danach für drei vorgelegte Baugesuche. In der Rosenstraße ist ein Dachausbau mittels Gaube geplant, im Meisenweg in Robern soll ein Carport gebaut werden und auch im Ortskern von Fahrenbach, in der neu erschlossenen Straße „Am Milchhäusle“ wird endlich gebaut. Geplant ist ein Dreifamilienhaus, das sich gut in die örtliche Umgebung einfügt, wie aus den Plänen ersichtlich war.

Das Ortszentrum Fahrenbachs war auch im nächsten Punkt Thema. Die Gemeinde hat die Möglichkeit in der Ortsmitte, gegenüber der Evangelischen Kirche, ein Haus samt Wirtschaftsräumen und Freiflächen zu erwerben. Eine Gelegenheit die man sich nicht entgehen lassen sollte, so das Statement der Verwaltung, denn die Räume böten kurzfristig die Möglichkeit der Aufnahmeverpflichtung von Flüchtlingen nachzukommen und auf weitere Sicht die Chance zur Gestaltung der Ortsmitte. Auch im Gemeinderat herrschte die Meinung vor und so gab es nach Einsicht in ein entsprechendes Wertgutachten auch die einstimmige Zustimmung zum Kauf des Objektes. In diesem Zusammenhang wurde auch noch die Erstellung eines sog. gebietsbezogenen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes besprochen. Das soll helfen mögliche Ressourcen aufzuspüren und eine Bestandsanalyse zu erstellen die als Basis für zukünftige Planungen gilt. Wichtig, so Wittmann, ist die Tatsache, dass dies nicht nur am Schreibtisch sondern im direkten Dialog mit der Bürgerschaft passiert. Der Gemeinderat erklärte seine grundsätzliche Bereitschaft zu diesem Plan. Ein ähnliches Projekt ist „raum+“, in dem alle Grundstückseigentümer die freie Flächen im Innenbereich haben, ob ihrer Zukunftspläne angeschrieben wurden. Der Rücklauf ist schleppend, so der Bürgermeister und die Verkaufsbereitschaft geht bislang gegen Null. Da ist es gut, dass die Gemeinde grade dabei ist Baugebiete zu erschließen, denn die Liste der registrierten Bauinteressenten umfasst derzeit über 60 Anfragen. Im Bereich Feldbrunnen II am Ortseingang von Fahrenbach sind dementsprechend auch schon die Erschließungsmaßnahmen angelaufen, wie man an den Erdmassen die grade bewegt werden, unschwer erkennen kann. Sehr erfreulich für die Familien die bauen wollen, so der Bürgermeister. Allerdings schwebt über allem noch das Damoklesschwert der anhängigen Klagen von Anwohnern. Das Ganze, darüber ist sich das Gremium bewusst, könnte in letzter Konsequenz zu enormen zeitlichen Verzögerungen führen. Rat und Bürgermeister machten aber nochmals ihre Gesprächsbereitschaft mit den Klageführern bezüglich einer einvernehmlichen Lösung deutlich.

Erschließungsarbeiten Baugebiet Feldbrunnen II
Erschließungsarbeiten Baugebiet Feldbrunnen II

Bgm. Jens Wittmann informierte dann noch darüber, dass derzeit 109 Kinder die Grundschule Fahrenbach besuchen und über den schwierigen Versuch neues Personal im Kindergartenbereich zu finden. Der Bürgermeister unterrichtete dann noch über den ehrenamtlichen Busverkehr für die Kinder aus Trienz (wir berichteten).

Ehrenamtliche Mitarbeit ist im Frühjahr auch an der Spiel- und Begegnungsstätte „Am Limespfad“ in Trienz notwendig. So soll ein Römerturm erbaut und neue Spielgeräte aufgestellt werden. Gefördert wird das Ganze durch den Naturpark, der jetzt den vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigt hat.

Erfreulich, dass die Baumaßnahmen in und um Trienz herum weitgehend fertig gestellt sind und die Umleitungen über Waldstraße und Wanderbahn wegfallen. Allerdings bleibt das nicht so, denn im Februar wird ein weiterer Teil der Römerstraße saniert. Diese Baumaßnahmen führen auch dazu, dass es beim kommunalen Winterdienst zu Problemen kommen kann, weil Straßen und Wege nicht wie gewohnt angefahren werden können. Da ist beiderseitiges Verständnis gefragt. Nach weiteren Anfragen aus den Ratsreihen schloss der Bürgermeister die Sitzung mit der Einladung zum 27. Fahrenbacher Weihnachtsmarkt, der am Wochenende des 1. Advent, am 26. und 27.11, wieder einen guten Erlös für Bedürftige erzielen soll.